DAUERAUSSTELLUNG

Ein Museumsrundgang durch die einzelnen Etagen kann und soll keinen Besuch im Heimatmuseum Lich ersetzen, vielmehr soll er dazu anregen.

Erdgeschoss

Betritt man das Textorhaus durch die unscheinbare Eingangstüre steht man sogleich in der stattlichen, repräsentativen Halle. Dort dreht sich fast alles um das Thema „Fachwerkhaus“. Mittelpunkt ist das stattliche Holzmodell des Findt‘schen Hauses, eines 1957 abgerissenen Hauses von 1425, das zu den bedeutendsten Fachwerkbauten Hessens gehörte. Beachtenswert ist noch eine Vitrine mit Teilen römischer Keramik, die daran erinnern, dass in Arnsburg das nördlichste Kohortenkastell (90 n. Chr.) am Limes stand.

Kellergewölbe

Eine Treppe führt hinab in das Kellergewölbe (2. Hälfte 15. Jh.), in dem Gewerbe in Lich vorgestellt wird. Neben einem Webstuhl, einer Schuhmacher- und zwei Uhrmacherwerkstätten sind besonders eine Kaffeeröstmaschine der Fa. Köhler, eine russische Bleisetzmaschine des Verlages Volkmann und eine originelle Sackklopfmaschine sehenswert.

Erste Etage

Im ersten Stock wird Wohnkultur des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jh. thematisiert. In dem Raum zum Kirchenplatz ist das Baldachinbett besonders hervorzuheben ebenso wie der Kleiderschrank und der Sekretär. Die Harmonien, das Hammerklavier und weitere Musikinstrumente weisen Lich auch als Ort von Musikinstrumentenbauern aus.

Nach Durchschreiten der Schlafstube, in der eine selbstkonstruierte Mausefalle auffällt, kommt man in eine reichlich ausgestattete Küche. Von alten Waffeleisen bis zu einem Kühlschrank, der noch mit Eisbarren gekühlt wurde, findet man sehr abwechslungsreiches Kücheninventar, das so manchen an seine Kindheit erinnern mag.

Zweite Etage

Im zweiten Stock sind im Giebelzimmer Militaria ausgestellt, darunter Erinnerungen an das in Lich seit 1966 für ein Vierteljahrhundert stationierte Flugabwehrraketenregiment 2. Neben Säbeln finden alte Helme, ein Feldtelefon und ein fellbespannter Tornister Interesse. Die größte Attraktion ist jedoch eine reich beschlagene Eisentruhe aus dem 30jährigen Krieg, in der Dokumente, Geld und weitere Preziosen eines Regimentes transportiert wurden.

Im mittleren Raum sind die alte Einrichtung der Neuen Apotheke mit entsprechenden Instrumenten sowie Requisiten eines Friseursalons untergebracht. Im vorderen Zimmer sind historische Waschmaschinen, eine pittoreske Mangel und eine hydraulische Wäschepresse der Wäscherei Forschler ausgestellt. Daneben kann man außergewöhnliche historische Bügeleisen bestaunen. An das längst geschlossene Café Dietz erinnern die Verkaufstheke und der Geschirrschrank mit Backformen und Förmchen, Waagen und eine frühe Variante der Kaffeemaschine.

Kleinere landwirtschaftliche Geräte, z. B. eine Fegmühle und eine Seilerwinde, leiten über zu großen landwirtschaftlichen Exponaten.

Innenhof und Nebengebäude

Letztere sind im Innenhof des Museums ausgestellt, den man von der Halle aus erreicht. Von dort gelangt man in das Nebengebäude, das im Untergeschoss neben Schreinerwerkzeug und weiteren Musikinstrumenten den Ausstellungsraum des Museums birgt, in dem wechselnde Ausstellungen stattfinden.

Im ersten Stock erfreut eine Spielzeugsammlung nicht nur Kinder. Sie umfasst unter anderem Puppenküchen, ein Puppenhaus und umfangreiche Sammlungen zum Inventar des Alltagslebens in Miniaturformat. Beachtung verdienen insbesondere die Spielsachen, die nach dem 2. Weltkrieg von Vätern für ihre Kinder selbst geschreinert und gebastelt wurden.